Sep 062006
 

Ich gebe es freimütig zu: ich habe geweint, als Bruce Willis in „Armageddon“ sich für die Raumschiffcrew und die gesamte Menschheit opferte.

Er bleibt auf dem Asteroiden zurück, welcher sich drohend der Erde nähert, um die Atombombe zu zünden. Und damit die Situation emotional unerträglich wird, schaltet er sich noch kurz via Videokonferenz zu seiner Tochter durch, um ihr Lebewohl zu sagen.

Das ist der Prototyp einer weinkrampffördernden Filmszene!

Nachdem ich das tränendurchnässte Taschentuch ausgerungen hatte, merkte ich, dass die Frau an meiner Seite den Film als ganzen aufs Übelste beschimpfte.

Meine Trauer schlug in bodenlose Empörung um.

Nun ist es so, dass auf bluewin.ch oder irgendeinem billigen Klatschportal im Internet, so ein dahergelaufener Möchtegernfilmkritiker „Armageddon“ als „sechstschlechtesten Blockbuster aller Zeiten“ deklassiert hat. Dem muss ich entgegnen: Falsch, du Hund! „Armageddon“ ist der beste Film aller Zeiten, mit einem der besten Einnahmenresultat aller Zeiten.

Abgesehen davon, bietet der Film die grössten Helden des Universums, und in ihrer Mitte, der König aller Helden. Bruce Willis. Im Film heisst er Harry Stamper. Harry Stamper, das klingt bereits nach Heldentum. Er ist Chef einer Bohrinsel. Ein hartes Umfeld. Erfordert harte Männer. Und dann fliegt dieser charismatische Kerl ins All, mit seinen Jungs im Schlepptau! Er ist witzig, er ist ein Profi, er hat Prinzipien, er weiss, was er will.

Wenn er versprochen hat, bis zu einer gewissen Tiefe nach Erdöl zu bohren, dann hat er es bis jetzt immer geschafft. Immer. Er schafft es auch diesmal, auf einem verdammten Asteroiden, unter widrigsten Umständen, trotz Explosionen und Eis und kosmischen Böen. Er schafft es. Und dann, nachdem er das Unmögliche geschafft hat, opfert er sich. Ich liebe diesen Film. Ich liebe Harry Stamper.

 Veröffentlicht von am 06/09/2006

 Antworten

(notwendig)

(notwendig)