Mai 152006
 

Quasi in Replik zum bereichernden Beitrag unseres Sissacher Vogelwartes konzentrieren sich diese meine Zeilen auf die positiven Seiten des Zuhörens.

Mag ja durchaus sein, dass ein Missverständnis an der Schnellimbisstheke ärgerlich ist. Und seien wir ehrlich, angesichts eines Stundenlohns, der schlechter ist als derjenige eines Versuchskaninchens bei Novartis, ist es eigentlich ein Wunder, dass die besagten Angestellten überhaupt akkustische Signale aufnehmen wollen. Aber meiner Meinung nach sind die erfreulichen Kontakte zwischen Individuen deutlich in der Überzahl, geschehe dies in Form eines gelungenen Gesprächs oder in stillschweigendem Einverständnis:

Das verschlafen-grummlige „Morgen“ eines zweiten mundgeruchigen Frühaufstehers auf der morgendlichen Zeitungstour etwa.

Das spontane Gespräch mit dem eingewanderten Familienvater über vergangene Tage in dessen Profi-Fussballkarriere im Heimatland etwa.

Das freundliche Nicken des mittellosen Studenten in Richtung des mittellosen Strassenmusikanten und dessen verständnisvolle Erwiderung etwa.

Die beiden grossen Cola, die im Rössli für Jan und Remo bereitgestanden haben etwa.

Oder auch das erneute demonstrativ intensive Lesen der „20 Minuten“, um einem Small-Talk im Bummler zu entfliehen.

Unzählige Male funktioniert, harmoniert gar, unsere zwischenmenschliche Interaktion. Aufgrund eingespielter Gewohnheiten oder durch improvisierte Kreativität.

Aber vielleicht sollten wir auch an dieser Stelle eine dritte Meinung einholen, etwa bei unserem tatsächlich in Soziologie geschulten Experten aus der Innenverteidigung. Oder eventuell klebt der dann einfach seine Ohren zu. Voilà: funktionierende, harmonierende Kommunikation.

 Veröffentlicht von am 15/05/2006

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