Feb 172006
 

Weder Ku-Klux-Clan noch Michael Jackson sind als Motivatoren für diesem Beitrag zu sehen, sondern die SBB. Man stelle sich vor, einer Schale Fruchtsalat in ihren buntesten Colorierungen wüchsen urplötzlich stählerne Räder, gläserne Fenster und dergleichen. Und diese Komposition würde sich sodann auf das schweizerische Schienennetz begeben. Unvorstellbar? Nein, Realität. Die Bahnwagons der SBB gibt es in jeglichen farblichen Variationen: hier die traditionellen, militärgrünen Vorkriegsmodelle. Dort die etwas dunkler gehaltenen, mit blauen und türkiseren Quadraten verschlimmbesserten Nachfolger. Hüben die weiss-blauen Kolibris, drüben die stechend blau-gelben S-Bahnen aus Zürich. Regenbogen-Amok. Gesegnet die Farbenblindheit.

Nun wird das neue Rollmaterial in ein dezentes, schlichtes und doch nicht unästhetisches Kleid gehüllt, welches in Schwarz und Weiss daherkommt. Dies ist eine richtige und wichtige Weichenstellung. Denn das Auge fährt mit. Das Auge sieht den Zug in den Bahnhof einfahren, das Auge sieht den Zug an einem vorbeirauschen.

Natürlich ist ein landesweiter Stromunterbruch für das Image der Bahnen schädlich. Doch sollten diese ihr Augenmerk auch auf ihr Äusseres legen. Denn lieber stehe ich einen Tag lang in einem einheitlich schwarz-weiss strahlenden Zug als dass ich pünktlich aus einer Fruchtsalatschale aussteige.

 Veröffentlicht von am 17/02/2006

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