Okt 162005
 

Eis zu Eis durch Kampf und Fleiss

16. Oktober, 9.00 Uhr morgens. Wolfsstiege in Gelterkinden. Der Heimclub hat sich schon umgezogen, währenddem die Söldner vom L.C.F.C. langsam eintrudelten. Wenn man die Augenringe und die Mimik der einzelnen Spieler analysierte, konnte man erkennen, dass sich ein Mätchli bei schwerem Boden an einem Sonntag um 10.00 Uhr morgens nicht unbedingt begünstigend auf den Gastclub auswirken würde. Normalerweise hat man zu dieser Zeit nach 3 Stunden Halbschlafphase langsam die Tiefschlafphase erreicht und der Alkoholgehalt im Blut hat zum ersten Mal seit 7 Stunden die 3.0-Promillegrenze unterschritten.

Doch die anfänglichen Zweifel über die körperliche Verfassung der Mannschaft verflogen in der Kabine. Ja, einige behaupteten sogar, sie seien zu Hause geblieben (!). Martin “Halbinvalide“ Sutter nahm seinen alten Job als Entraineur für den abwesenden Céderico (S)pezzali wieder auf und machte die Mannschaft schon beim umziehen so heiss, dass man nur schon giggerig  auf das Einspielen war. Als Alen “Zülle“ sogar noch ein bisschen verspätet in der Garderobe eintraf und sich noch umziehen wollte, obwohl er nur 2 Stunden geschlafen hatte, wusste jeder, dass die Party, eeeh Partie gegen Geltachildren wieder zu einem Erlebnis seinesgleichen wird.
10.00 Uhr, Anpfiff. Das Terrain war noch nass, die Spieler des Gastclubs noch nicht ganz wach. Zweifelsohne kam dem Geltachildren-Spiel, welches hauptsächlich durch lange Bälle und wenig Kombinationsfussball geprägt war, der tückische Boden entgegen. Darum musste man auch der Heimmannschaft die erste Chance zugestehen. Zum Glück haben aber auch die Mannen des Geltachildrer Fussballclubs ihr Visier noch nicht eingestellt. Nach einem donnernden Ausruf von Lietsch-Goalie Olli “Kahn“ Thommen wurde das Team doch ein bisschen aufgeweckt und prompt zeigte der Gastclub das erste Mal sein gefährliches Kombinationsspiel: Beni “bald-wieder-Granate“ Fässler wurde nach einer kurzen Ballstaffette steil lanciert und kam zu einer viel versprechenden Abschlussmöglichkeit. Der geltachildrer Goalie konnte aber seinen Kasten noch sauber halten. Die nächsten Spielminuten beinhalteten vor allem das Anrennen Geltachildrens, Lietsch-Konter, Abschlussmöglichkeiten auf beiden Seiten und blöde lietscher Fouls in der eigenen Platzhälfte. Zudem musste sich der L.C.F.C. noch an den unebenen Rasen und an das grelle Licht der Morgensonne gewöhnen. Nach einem unnötigen Foul (Aufstützen beim Kopfballduell) kam Geltachildren zu einem Freistoss auf der rechten Seite: Dieser wurde direkt auf das Tor ausgeführt und Goalie Olli “Kahn“ Thommen konnte diesen auch sensationell abwehren. Leider konnten aber die schnellen und quirligen Stürmer den Abpraller zum 1:0 in der 17. Minute verwerten, da nicht jeder Lietscher seine Defensivaufgabe optimal wahrnahm.

Die Reaktion auf den Rückstand war – wie für die souveräne Lietsch-Mannier bezeichnend – ruhig und positiv: “Chömmed Jungs, vorwärts“, “Easy, es goht witter“ oder wie es Thommi “Langschuh“ Müller ausdrücken würde “ ’vrdammi, Jungs, die sin NIX, jez’ haue mr se wäg“. Jetzt erst recht, dachte sicher jeder. Tatsächlich kam der L.C.F.C. viel besser ins Spiel und erarbeitete sich Chance für Chance. Hochkarätige- wie auch Halbkarätige(?)-Chancen konnten aber leider nicht zum Ausgleich verwertet werden.  Das Spiel wurde immer ruppiger: Fouls und kleine Aggressivitäten nahmen zu. “Hey Schiri“ statt Tore. “Gopfedelli“ statt, “Super gsi“ und rüdiges Techtelmechtel statt 100% Peace: ein Mätchli mit Derbycharakter halt.

Die Truppe des kultigen Lietsch City Football Clubs ging mit dem 0:1 dann doch in die Pause. Der Pausentee vermochte die leicht trübe Stimmung nicht erheitern. Eigentlich gut gespielt, gut gefightet und trotzdem mit einem Tor im Rückstand.

Mit einer gestärkten Moral, ausgelöst durch die motivierenden Worte untereinander, die Worte des Aushilfstrainers und den Begrüssungs-Applaus der lietscher Anhänger (die wieder zahlreich erschienen sind) nach der Pause, ging la scuadra famosa in die nächsten 45 Minuten. Nun konnte man sich ein leichtes Übergewicht erarbeiten: Mehr Zweikämpfe wurden gewonnen und man rannte mehrheitlich auf die nun sehr defensiv stehenden, auf Konter lauernden, Geltachildrer an. Das Spiel fand hauptsächlich im Mittelfeld statt. Hie und da eine Chance, die man auch hätte verwerten können/müssen, da und hier ein Foul, für welches es dann auch gelbe Kärtchen gab. Kein richtiger Spielrythmus, da der Schiedsrichter eine eher strengere Linie fuhr. Die Heimmannschaft verteidigte mehr oder weniger geschickt und mit der Zeit konnte man einfach nicht wahrhaben, dass man sich für 0 Punkte so früh aus den Federn gekämpft hat. Diese Gedanken leiteten auch die Schlussoffensive della scuadra famosa ein: Nachspielzeit. Ein letzter Eckball. Bato “der-mit-dem-Schwänzchen-tanzt“ Diva Semrd tritt den Eckball hoch in die Mitte des Sechzehners, Simbo Gass schraubt sich mit einer unglaublichen Dynamik und mit dem Rücken zum Ball (!) in die Höhe. Von seinem (Hinter)Kopf fliegt der Ball ins lange Eck, 1:1! Das Wunder von Geltachildren war perfekt.

Ein wichtiger Punkt, weil man Geltachildren auf Abstand halten konnte. Ein gerechtes 1:1, doch mit einer grösseren Effizienz hätte man das Spiel sicher noch drehen können.

Egal. Danke an den Entraineur, an die Unterstützung auf den Rängen und Sindbad Gass, der sich ein gutes Mätchli und einen guten Zeitpunkt im Spiel für sein erstes Saisontor ausgesucht hat.

In der Kabüse nach dem Mätchli: “Hey, ha würckli Iiich das Goool gschosse?“

PS: Der von Yves Krebs neu erfundene Schlachtruf wird vielleicht vor dem letzten Spiel zelebriert. Er wurde schon von der Mannschaft getestet und fand eine sehr positive Resonanz.
FC Gelterkinden – Lietsch City F.C.     1:1 (1:0)

Wolfstiege, je weniger früh am Morgen, desto mehr Zuschauer (vor allem Lietscher).

Tore: 17. 1:0; 90. Gass 1:1.

Lietsch City: Thommen; T. Mangold; Gass, Koller; Gygax, Bürgin (36. T. Müller), Semrd, Hermann, Honegger (76. Richter); Baier, Fässler.

Bemerkungen: Gelbe Karten gegen Koller (53., Foulspiel), Gass (65., Foulspiel), T. Müller (81., Foulspiel) und Gygax (82., Foulspiel). 8. Gelterkinder Goali lenkt Schuss von Baier an den Pfosten. 27. Innenpfostenknaller von T. Mangold. 36. Bürgin verletzt ausgeschieden. LCFC ohne Coach Pezzali (Ticino), Gruber, Peter, M. Sutter und Klaus (alle verletzt), Walder, Wenger und A. Sutter (Ferien). LCFC-Debut von Richter.

 Veröffentlicht von am 16/10/2005

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