Okt 312004
 

Zurück auf dem Boden der Realität

Eine zugleich erstaunliche wie auch erfreuliche Serie der Jungs in Königsblau fand am letzten Spieltag der fünften Liga Nordwestschweiz ihr jähes Ende. Bisher in jedem Spiel sieg-, ja gar triumphreich, musste Lietsch City in Riehen gegen Vardar Basel einsehen, dass sich der Erfolg nicht immer selbstverständlich von alleine einstellt.

Der denkwürdige Sonntagmorgen schickte denn auch seine unheilvollen Zeichen voraus. Nach der traditionellen Besammlung am Liestaler Güterbahnhof räumte ein Familienvan des Vereins einen Stein rückwärts aus dem Weg und der Chefnavigator des Auswärtskonvois riss sich etliche Haare aus, bis die Mannschaft den Landauer Parkplatz erreichte. Ein Sonntagmorgen bei herbstlichem Wetter und schottischem Terrain hat noch selten viele Zuschauer aus dem Bett gelockt und doch wurde der Tross von vereinzelten treuen Seelen begleitet, welche sich im Vereinsbeizlein ein warmes Getränk gönnten.

Von „L’entreneur“ Sutter zum bissigen Kampf aufgefordert, stellte sich Lietsch dem Gegner mit dem ligaweit bekannten Fünfermittelfeld, dem Zweiersturm und der Libero/Aussenverteidigung. Schnell stellte sich heraus, dass Vardar körperlich auf einigen Positionen überlegen und technisch solide war. Der Einsatz und die befreienden Pässe waren auf Lietscher Seite mangelhaft vorhanden und so kam der Gegner nach einer missglückten Befreiungsaktion durch einen Weitschuss zur Führung. Der wohl beste Mann des Tages in eigenen Reihen, Goalie Sven Mangold, streckte sich und kratzte den perfekt platzierten Ball noch an, konnte das Tor jedoch nicht verhindern.

Die Truppe nahm sich zusammen und als nach einer durchbrechenden Aktion die Lietscher Stürmer im Vardanischen Strafraum für Verwirrung stifteten, konnte Topscorer Alen Zulji die Kugel mit einem Heber ins Netz spedieren. Hoffnung keimte auf. Nach der Pause wechselten Zulji (neu im Mittelfeld) und Müller (nun im Sturm) die Positionen und Meier ersetzte hinten links Gass. Das Spiel entwickelte sich aber unglücklich zu Lasten des Auswärtsteams. Ein Elfmeter und ein Eigentor des mit Herz kämpfenden Liberos Thilo Mangold brachte den 1-3 Rückstand. Diesen versuchte die Mannschaft mit aller Kraft aufzuholen, man wurde jedoch das Gefühl nicht los, dass es einfach nicht klappen wollte. Mit frischen Blut (Keller für Baier und Semrd für Müller) sollten die widerspenstigen Basler eingeholt werden. Die Harmonie und der Kampfeswillen fehlte jedoch im Vergleich zu früheren Spielen. Mit der Wut im Bauch stürmte darauf T. Mangold nach vorne und schoss mit einem herrlichen Aussenristknaller zum 2-3 ein. Zu mehr reichte es nicht.

Nun ist abzuwarten, ob die Mannschaft über die Winterpause (als Wintermeister, wohlgemerkt!) die Batterien aufladen kann um sich in der Rückrunde in den Spitzenkampf zu stürzen. Es ist davon auszugehen.

FK Vardar Basel – Lietsch City F.C. 3:2 (1:1)

Landauer, 32 Zuschauer (12 Lietscher).

Tore:19. 1:0; 31. Zulji 1:1; 62. 2:1 (Penalty); 74. 3:1 (Eigentor T. Mangold); 93. T. Mangold 3:2.

Lietsch City: S. Mangold; T. Mangold; Gass (46. Meier), Walder; Bürgin, A. Sutter, Fässler, Müller (64. Semrd), Klaus; Baier (66. Keller), Zulji.

Bemerkungen: Eine gelbe Karte gegen Vardar. LCFC ohne Fritz, Peter, Weber (alle verletzt) und Gruber (Militär). Ersatzgoalie/Linienrichter Thommen und eine Flasche hatten unter trainerischem Einfluss zu leiden. 20. Lattenschuss Müller, Lattenschuss Baier. Sehr pfützenhaftes Terrain.

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