Aug 072014
 

Nach dem in allen Belangen unglücklichen Cup-Out gegen Trans-irgendetwas hat Lietsch spätestens in der 2. Halbzeit gegen den schwellheimer FC Allschwil den Schalter umgelegt. Aus einem 0:2 resultierte ein 6:4-Sieg. Lag es am Heimvorteil, lag es an der Taktik oder an den Neuzugängen?

Zwei Herren sind momentan die prägenden Figuren im gesamten Umfeld. Krebs als Presidente und Hatsch als Vize. In sportlicher Hinsicht ist die Hierarchie genau umgekehrt. Dort ist Hatsch der (Spieler-) Trainer und Krebs sein Assistent an der Seitenlinie – zumindest solange der offizielle (Spieler-)Assistenztrainer Mäx in den Ferien weilt. Da Hatsch nicht noch gleichzeitig Kapitän sein will/kann, kam in Abwesenheit von Neo-Captain Prinz Urgestein Flönder zu seinem Captain-Debüt im zarten Alter von 32 Jahren!

Ein neuer IV – zwei Debütanten – drei Irrtümer

Mutig war Hatschs Entscheidung mit der Besetzung der IV-Position mit Künstler Johannes. Später sollte er noch als Rechtsaussen spielen – und dies zwei Klassen besser! Johannes “Vigo” ist ein Wühler, ein Kämpfer, eine zuverlässige Arbeitsmaschine. Die Spielauslösung und der schnelle 1. Pass gehören jedoch nicht zu seinen Stärken. Das Experiment als IV wird in der Meisterschaft sicher nicht mehr wiederholt.

Zu den Debütanten gehören die Herren Mayer und Rohrer, beides ehemalige FC Liestal-Junioren. Besonders Julien Mayer gab eine vielversprechende Kostprobe ab seines Könnens. Sehr feingliedrig, dribbelstark und mit exzellenter Koordination sowie schnellen Antritten war er ein steter Gefahrenherd. Christian Rohrer begann im Zentrum und hat Mitte 1. Halbzeit den Platz getauscht in der IV mit Fintan. Spätestens nach dem 0:2-Rückstand durch einen Traumfreistoss begannen sich Spielertrainer Hatsch und Taktikfuchs Krebs Gedanken zu machen über taktische Änderungen. Krebs ist aufgefallen, dass Hönzzn ziemlich isoliert wirkt im Sturm. Zu wenig Ballkontakte, kein selbstsichererer Bewegungsablauf und keine Bindung zum Spiel. Von früherer Zeit wusste der Presidente aber um die strategischen Stärken eines Hönzzn, sein Fussballverständnis, seine Fähigkeit zur Angriffsauslösung mit seinen präzisen Flanken.  Die unkonventionelle Massnahme war der Wechsel vom Stürmer zum IV – sie sollte vollends aufgehen.

Das 3. Irrtum betraf die Persona Bato, welcher seine “7” zu Hause vergessen hatte und mit der “13” spielen musste. In der Blütezeit seiner Schaffenskraft war Bato der Inbegriff von “Mitti-Mitti”. Jetzt als Ü30-Spieler kann er seine unbestrittenen Stärken viel eher auf den Aussenbahnen oder als hängende Spitze ausspielen. Sein Gespür für den letzten Pass, seine Überraschungsmomente und kreativen Geistesblitze kann ihm niemand nehmen. Aber für die Doppelsechs reicht es leider nicht mehr.

Lietsch wie verwandelt in der 2. Halbzeit

Die 2. Halbzeit begann mit dem neuen IV-Duo Rohrer/Hönnzn. Noch nie haben sie nebeneinander gespielt, überhaupt noch nie zusammengespielt. Trotz allem harmonierte das Duo prächtig und macht Hoffnung auf mehr. Nur noch ein einziges Törchen sollte Lietsch in der 2. Halbzeit kassieren und 5 selber schiessen. In bemerkenswerter Frühform befinden sich Hatsch und Remo. Sogleich kam neuer Schwung ins Angriffsspiel. Die Seitenwechsel liefen wie am Schnürchen. Im Gegensatz zur 1. Halbzeit suchte Lietsch auch den einfachen, schnellen Pass und verdiente sich somit Lob vom Assistenztrainer an der Seitenlinie. Nichts hasst der Lucien-Favre-schnell-Umschalten-one-touch-Verfechter mehr, als wenn jemand den Ball länger als 1.5 Sekunden am Fuss hat. Ausnahme: Der Spieler läuft alleine aufs Tor zu.

Ein Höhepunkt in der 2. Halbzeit war das sensationell herausgespielte Tor zum 5:4 in der 88. Minute durch Linksverteidiger Chelli. Remo erkämpft den Ball, verlagert den gewonnenen Ball geschickt in die entgegengesetzte Laufrichtung in Richtung Fintan. Dieser nutzt den freien Raum und hat alle Zeit der Welt für den tödlichen Pass auf Chelli, welcher in bester Stürmermanier die Kugel furztrocken in die linke Ecke schiebt. Und wenns mal läuft, dann läuft es. In der Nachspielzeit ein Eckball für Lietsch. Der Ball landet am Pfosten und spickt dort an den Körper von Debütant Christian Rohrer. Schlussstand 6:4.

Fazit: Lietsch ist bereit zu höheren Taten.

Telegramm

Lietsch: Pommes; Flönder, Vigo (46. Remo), Fintan, Chelli; Jan. M. (75. Vigo), Rohrer, Bato (46. Hatsch), Mayer; Bird (60. Bato), Hönzzn.

Tore: 8. 0:1 Schweillheim; 24. 0:2 Traumfreistoss Schwellheim; 32. 1:2 Bato; 34. 1:3 Schwellheim; 55. 2:3 Hatsch; 65. 3:3 Hatsch; 70. 3:4 Schwellheim; 75. 4:4 Remo; 88. 5:4 Chelli; 90. 6:4 Rohrer.

P.S. Thilo am Grill! Irgendjemand hat die grüne Ersatzgasflasche geklaut. Jan Müller hatte zufälligerweise noch eine Gasflasche im Auto. Ansonsten hätte es anstelle von Klöpfer nur ein Waldfest gegeben. Allschwil schiesst Ball auf Schulhausdach. Jan Müller klettert rauf und holt den Ball.

 Veröffentlicht von am 07/08/2014

 Antworten

(notwendig)

(notwendig)